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Marion Dunker´s Bienen

Hallo, mein Name ist Marion Dunker und ich bin Imkerin aus Leidenschaft.

Vor rund 16 Jahren hat das alles angefangen, als ich zum ersten Mal Bienenvölker sah. Mir wurden damals von meinem Imker-Paten zwei Völker anvertraut und damit der Grundstein für ein wunderschönes Hobby gelegt. Mittlerweile ist diese kleine Imkerei – ich nenne sie den Sarstedter Bienengarten – in unserer Region recht bekannt.

Der Sarstedter Bienengarten ist Heimat nicht nur für Honigbienen. Hier fühlen sich auch etliche Arten von Hummeln, Wespen und Schmetterlingen wohl. Besonders selten gewordene Wildbienenarten finden hier ein sicheres Zuhause. Einige Ecken dieses Gartens dürfen und sollen auch verwildern, um den Bedürfnissen dieser Insekten gerecht zu werden.

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Das Brummen, Summen, Flattern und Krabbeln lässt das Herz eines jeden Naturliebhabers höher schlagen. Ein kleines Stückchen heile Welt soll hier bewahrt werden, ein kleiner Garten Eden.

Doch die Welt außerhalb sieht anders aus: Obwohl Bienen sehr anpassungsfähige Geschöpfe sind, üben Umwelteinflüsse einen immer stärker werdenden Druck auf ihr Überleben aus. Neuartige, hochwirksame Spritzmittel in der Landwirtschaft, globale Verschleppung von fremden Parasiten und die damit verbundenen Krankheiten sowie die immer deutlicher werdenden Klimaveränderungen raffen so manches Volk dahin. Als Imker hat man seine liebe Not, trotz allen Widrigkeiten diese so wertvollen Nutztiere am Leben zu erhalten.

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An dieser Stelle sollte ich erwähnen, dass der Honig nicht der eigentliche Nutzen dieser Tiere für den Menschen darstellt, sondern ihre Bestäubungsleistung. Ohne Bienen wäre unsere Ernährung recht einseitig und auf Dauer würden wir alle krank durch Mangelernährung. Das ist vielen Politikern,  Vorstandsvorsitzenden der Agrar- und der Spritzmittel-Industrie anscheinend nicht bewusst, denn sonst würden sie sich sicherlich für eine bienenfreundlichere Umwelt einsetzen.

abestaeubung Optimal Bestäubt – optimaler Ertrag!

Das Bienenjahr ist eigentlich recht kurz. Wenn die ersten warmen Tage im zeitigen Frühjahr die Hasel und Weiden erblühen lassen – meist März/April – sind auch die ersten Flugbienen unterwegs, um Nektar und Pollen zu sammeln. Honigbienen sind Vegetarier, sie brauchen Nektar als Energiequelle (Kohlenhydrate) und Blütenpollen als Eiweißquelle (Proteine). Und sie brauchen – wie alle Lebewesen – vor allem Wasser.

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Im Bienenstock wir jetzt fleißig gebrütet. Die Königin legt jetzt vermehrt Eier, weil sie spürt dass die Tage wieder länger werden. Aus diesen Eiern schlüpfen innerhalb von 21 Tagen junge Bienen. Der Nachwuchs wird auch dringend gebraucht, weil den alten Bienen, die den langen Winter überlebt haben, so langsam aber sicher die Puste ausgeht. Winterbienen werden bis zu sechs Monate alt. Sie müssen für den Fortbestand des Volkes Sorge tragen. Den Sommerbienen hingegen ist nur eine kurze Lebensspanne gewährt: Sie werden maximal 6 Wochen alt, bevor sie ein letztes Mal ausfliegen und nicht zurückkehren.

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Im Mai sind die meisten Winterbienen längst in die ewigen Jagdgründe eingegangen. Doch das Volk wird jetzt immer größer, jeden Tag schlüpfen neue Bienen, das Gedränge wird immer dichter. Ja, und dann passiert es: Die Bienen schwärmen. Das ist die eigentliche Vermehrung. Im Dunkel des Stocks haben Arbeiter-Bienen ganz besondere Zellen gebaut, die zur Aufzucht von jungen Königinnen dienen. Wenn diese jungen Königinnen kurz vor dem Schlüpfen stehen, gibt die alte Königin akustische Signale (klingt wie ein kurz-rhythmisches Tröten) und sie verlässt den Stock mitsamt einem großen Gefolge. Zumeist sind es zehntausende Bienen, die mit der alten Königin losfliegen, sie bilden direkt über dem Stock zuerst eine große, wabernde Wolke. Diese Bienen-Wolke zieht dann gemächlich von dannen um sich dann an einem Ast oder auch anderswo als Bienentraube zu sammeln. Von dieser Traube fliegen hin und wieder ein paar Suchbienen los, um für den Schwarm ein neues Zuhause zu finden. Das kann ein hohler Baumstamm, eine größere Felsspalte, aber auch eine kleine Höhle jeglicher Art sein.

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Im alten Bienenstock schlüpfen jetzt die ersten jungen Königinnen. Und meistens wird die erste, die schlüpft, ihre Geschwister-Königinnen abstechen. Denn es darf nur eine Königin im Volk sein, das ist so von der Evolution vorgesehen. Aber es passiert auch hin und wieder, dass die erste ein paar Arbeiterinnen um sich sammelt und auch den Stock verlässt – so wie zuvor ihre Mutter. Doch der Schwarm dieser jungen Königin ist sehr viel kleiner. Die junge, im Stock verbliebene Königin reift im Stock heran, bis sie nach ein, zwei Wochen zu ihrem Hochzeitsflug ausfliegt. Sie paart sich in etwa 10 bis 15 Metern Höhe fliegend an sogenannten Drohnensammel-Plätzen. Woher die Drohnen und auch die Königinnen wissen, wo sich diese Sammelplätze befinden, hat man noch nicht herausgefunden.

Mit dem Schwärmen haben die Bienen bereits ihre eigentliche Aufgabe erfüllt, die ihnen das Leben auferlegt: Die Vermehrung.

Im Juni/Juli heißt es dann für das Volk fleißig Nektar und Pollen zu sammeln, um Vorräte für den Winter anzulegen. Und damit ist eigentlich das Bienenjahr schon abgeschlossen. Alle Arbeiten, die jetzt noch erledigt werden, sind Vorbereitungen auf den Winter.

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Fleißige Biene im Lavende und Wespenspinne auf Beutezug

 

Der Honig:

Meine Bienen sind derart fleißige Sammlerinnen, dass auch ein bisschen Honig für mich dabei anfällt. Die Honigwaben werden den Bienenvölkern im Frühjahr und Sommer entnommen, geschleudert, gesiebt und in Gläser abgefüllt. Das ist mein Lohn dafür, dass Sie in regelmäßig gereinigten und renovierten Bienen-Behausungen wohnen dürfen und ich für sie sorge, wenn sie mich brauchen.

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Ab Mitte Juli dürfen die Bienen ihren Honig behalten und ich füttere noch ein bisschen mit Zuckersirup, um sicher zu gehen, dass genügend Vorräte vorhanden sind.

Da die Völker jahrein-jahraus an gleicher Stelle stehen, kann der Sarstedter Bienengarten auch nur Honig anbieten, den die Bienen im Flugradius (bis zu 4 km = 50 qm) gesammelt haben. Die Vegetation in und um Sarstedt ist recht vielseitig und üppig, daher gibt das immer wohlschmeckende Misch-Honige, entweder von Frühlings-, Obst- oder Sommerblüten. Manchmal sondern  auch Bäume (vor allem Ahorn und Eiche) einen zuckerhaltigen Saft ab, den die Bienen zu einen Waldhonig verarbeiten. Der ist besonders lecker und bleibt sehr lange flüssig. Aber auch die Rapsfelder ringsum stehen im April/Mai in voller Blüte und die Bienen sammeln dort für den hellen, fast weißen Rapshonig. Den mögen viele, weil er so samtweich und cremig ist.